Call for Contribution
Die Software & Systems Engineering Essentials ist die größte deutschsprachige Konferenz zu Vorgehensmodellen, Methoden und Werkzeugen. Die SEE 2011 hat das Motto „Erfolgsfaktor Offenheit“.
Projekte stehen im Austausch mit ihrer Umgebung – sie nutzen externe Inhalte und Software-Komponenten, kooperieren mit Auftraggebern und Auftragnehmern und geben Projektergebnisse nach außen weiter. Inwieweit sollen sich Projekte und Organisationen dabei nach außen öffnen? Wie sollen sie mit ihrer Umgebung kommunizieren? Welche Informationen können sie guten Gewissens weitergeben, was sollten sie geheim halten?
Die Antworten auf diese Fragen wirken sich sowohl auf die Projektorganisation und die Prozesse als auch auf die verwendeten Methoden und Techniken aus. Wichtig ist insbesondere, die zulässigen Austauschformate, Inhalte, Software-Komponenten und Werkzeuge festzulegen und die Kommunikationswege und Zugriffsrechte im Projekt und projektübergreifend zu regeln.
Das Spektrum der Möglichkeiten lässt sich gut am Beispiel von Open Source Software (OSS) skizzieren: Die meisten heutigen Entwicklungsprojekte nutzen mittlerweile quelloffene Software-Kompo¬nenten und Werkzeuge. Einige Projekte geben darüber hinaus eigene Erweiterungen an eingebundenen Komponenten weiter. Manche Projekte öffnen sogar ihren eigenen Quellcode gänzlich für andere.
Erwartete Vorteile sind unter anderem geringere Kosten, höhere Qualität und Flexibilität sowie die Unterstützung durch die jeweilige Entwicklergemeinde. Dagegen stehen aber auch Risiken, beispielsweise der Abfluss eigenen Know-hows zur Konkurrenz sowie die Unsicherheit bei urheberrechtlichen und lizenzrechtlichen Fragen und bei der adäquaten Gestaltung der Entwicklungs- und Betriebsprozesse.
Die SEE 2011 greift mit Ihrem Schwerpunktthema die Frage auf, welche Vorteile der offene Austausch von Informationen für IT-Projekte bietet und unter welchen Voraussetzungen Offenheit zum Erfolgsfaktor werden kann. Sie beantwortet damit Fragen wie:
- Welche Vor- und Nachteile können Unternehmen oder Behörden erwarten, wenn sie frei verfügbare Inhalte und quelloffene Software nutzen oder selbst Projektergebnisse verfügbar machen?
- Wie regeln Vorgehensmodelle und Methoden die Kommunikation an der Schnittstelle des Projekts zu seiner Umwelt? Welche Vorgaben machen sie für die Weitergabe von Ergebnissen?
- Wie lassen sich eigene Entwicklungsprojekte mit externen Projekten (insbesondere auch mit Open-Source-Projekten) verzahnen? Was müssen Projektleiter und QS-Verantwortliche während der Entwicklung und bei der Qualitätssicherung berücksichtigen?
- Wie können Software-Projekte von Prozessen, Techniken und Werkzeugen aus dem Open-Source-Umfeld profitieren oder diese integrieren? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es bei Entwicklung, Einführung und Betrieb von quelloffener Software im Vergleich zu proprietärer Software?
Einladung zur Einreichung von Vorschlägen für Präsentationen:
Die SEE2011 bietet Keynotes, drei parallele Sessions mit Vorträgen sowie Tutorials zu Lizenzen und rechtlichen Aspekten von Offenheit, zu quelloffener Software in der öffentlichen Verwaltung sowie zu offenen Entwicklungsprozessen aus dem Open-Source-Umfeld. Erwünscht sind Einreichungen für Vorträge aus Industrie und Forschung, die sich mit den unten genannten Themenfeldern des Software & Systems Engineering befassen. Ein Bezug zum Schwerpunktthema „Erfolgsfaktor Offenheit“ ist erwünscht, aber nicht unbedingt erforderlich.
Interessierte Referenten werden gebeten, einen Extended Abstract im Umfang von ein bis zwei Seiten zu verfassen und einzureichen. Vorlagen stehen Ihnen hier zum Abruf bereit.
Die Vorträge können sowohl in deutscher als auch englischer Sprache eingereicht werden. Die angenommenen Präsentationen werden zur Konferenz in einem integrierten Tagungsband veröffentlicht.
Themenfelder:
- Vorgehensmodelle, Standards und Vorgaben
Entwicklungsprozesse aus dem Open-Source-Umfeld
Nutzung von OSS und Open Content in eigenen Entwicklungsprojekten
Agile Vorgehensmodelle, z.B. FDD, SCRUM, XP
Reichhaltige Vorgehensmodelle, z.B. HERMES, RUP, V-Modell®XT
Reifegradmodelle und QM-Standards, z.B. CMMI®, ISO9001, SPICE
Organisationsspezifische Anpassung und Tailoring
Überwachung der Einhaltung, Assessment, Qualitätsmanagement
Einführung, Schulung und Coaching einheitlicher Prozesse
Vorgehensmodelle, Standards und Vorgaben als Open Content
- Methoden und Best Practices
Methoden im Open-Source-Umfeld
Project, Change und Launch Management
Anforderungsanalyse und Fachkonzeption
Modellgetriebene Verfahren (MDRE, MDA)
Nachverfolgbarkeit und Traceability
Test-Driven Development
Task-orientierte Ansätze
Aspekte der Teamarbeit
- Werkzeuge und Plattformen für IT-Projekte
Nutzung und Einbindung von Open-Source-Werkzeugen
Kommerzielle Werkzeuge versus Open-Source Tools
Auswahl von Werkzeugen, Werkzeugumgebungen und Plattformen
Werkzeug-Suiten vs. Einzeltools
Werkzeugintegration und Durchgängigkeit
Reporting und Dokumentengenerierung
Werkzeugunterstützung für Vorgehensmodelle und Methoden
- Auftragsvergabe und unternehmensübergreifende Projekte
Gestaltung von Kommunikationswegen und Berechtigungen
Kommunikation mit Auftraggebern und (Unter-)Auftragnehmern
Open Source Software ausschreiben und beauftragen
Ausschreibungsrichtlinien und Vorgaben
Erstellung und Fortschreibung von Lastenheften
Vertragsgestaltung und Änderungsmanagement
Besonderheiten bei Projekten im öffentlichen Bereich
Ausschreibungen (VOL/A, VOL/B, Teilnahmewettbewerb, etc.)
Projekte in Hersteller-/Zulieferernetzen und virtuellen Unternehmen
Termine:
20. Oktober 2010: Einreichungsschluss für Vortragsvorschläge
15. Dezember 2010: Benachrichtigung über die Annahme eines Vorschlags
04. April 2011: Einreichung der druckfertigen Endfassung